Das größte Potential in Sachsen: Biomasse

Die Bioenergie ist die älteste Energiequelle der Menschheit. Die einfachste Art der energetischen Nutzung ist die Verfeuerung von Biomasse. Seit rund 600.000 Jahren wird Holz zum Kochen und als Wärmequelle genutzt, weltweit ist die Biomasse der wichtigste erneuerbare Energieträger.Bioenergie steht in fester, flüssiger oder gasförmiger Form zur Verfügung und wird aus pflanzlichen oder tierischen Reststoffen oder eigens angebauten Energiepflanzen und deren Produkten hergestellt. Bioenergie ist auch in der Anwendung sehr vielseitig: Sie wird zur Wärme- und Stromerzeugung wie auch als Kraftstoff im Verkehr eingesetzt.Wird Biomasse energetisch genutzt, wird genau die Menge Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, die zuvor beim Wachstum der Pflanzen durch die Photosynthese gebunden wurde. Bedingt durch den geschlossenen CO2-Kreislauf ist die Biomasse ein klimafreundlicher Energieträger, der keine zusätzlichen Treibhausgase verursacht.

Auch in Sachsen setzen Energieproduzenten zunehmend auf Biomasse. Nach Angaben des Sächsischen Umweltministeriums gab es im Jahre 2006 bereits 213 Anlagen. Die installierte Leistung lag bei 17,3 Megawatt.

1. Wärmeerzeugung
Bei der Wärmegewinnung reden wir ebenso über den heimischen Kamin, wie über große, vollautomatische Anlagen im Leistungsbereich von 15 kW bis 1 MW.

2. Stromerzeugung
Die gebräuchlichste Art der Stromgewinnung aus fester Biomasse ist die Dampferzeugung. Diese Technik ist vergleichbar mit der eines Kohlekraftwerkes, wobei die Biomasse Kohle als Brennstoff ersetzt.
Bei der Biomassevergasung wird feste Biomasse unter Wärmeeinwirkung (Pyrolyse) in die Gasphase überführt, wodurch ein brennbares Gas entsteht. Dieses kann dann, ähnlich wie Erdgas, z.B. in Gasturbinen zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Auch Biogas lässt sich auf diese Weise nutzen.

3. Kraft-Wärme-Kopplung
Die verschiedenen Stromerzeugungstechnologien können grundsätzlich auch in Kraft-Wärme-Kopplung (z.B. in dezentralen Blockheizkraftwerken) betrieben werden. Kraft-Wärme-Kopplung bedeutet, dass gleichzeitig Strom, Wärme und gegebenenfalls Kälte erzeugt und genutzt werden. Das führt zu sehr guten Wirkungsgraden, also einer hohen Energieeffizienz.
Zu den innovativen Technologien der Kraft-Wärme-Kopplung zählen Blockheizkraftwerke, Gasturbinen, Brennstoffzellen und Stirlingmotoren.

4. Kraftstoffe
Mit jedem Cent Erhöhung auf den Benzinpreis steigt die Chance der Biokraftstoffe.  Biokraftstoffe verringern nicht nur den CO2-Ausstoß, sondern auch die Emissionen anderer Luftschadstoffe, wie z.B. Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Rußpartikel und aromatische Kohlenwasserstoffe. Biokraftstoffe leisten daher auch einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Luftqualität in den Städten.
Die wichtigsten Biokraftstoffe sind zurzeit Ethanol und Pflanzenöle bzw. Biodiesel. Neue Verfahren zur Biokraftstoffherstellung werden derzeit entwickelt, z.B. BTL (Biomass-to-Liquid) oder Ethanol aus lignocellulosehaltiger Biomasse. Diese Verfahren nutzen die gesamte Biomasse der Pflanze und nicht nur den Öl- bzw. Zuckeranteil. Dadurch vergrößert sich das für Biokraftstoffe nutzbare Potenzial erheblich.
--> Möglichkeiten der Biomassenutzung als Kraftstoffe

Weiterführende Links

100 Prozent Erneuerbare in Sachsen möglich!

Grüne Ausbaustudie 2020 - Perspektiven für Erneuerbare Energien in Sachsen

(Studie, Stand: Dezember 2008 / Akt. April 2010, 8 MB)

PDF zum Download

Aus dem Landtag

Studie zur Biomassenutzung in Sachsen beantragt
(11.01.2007)

Die Fraktion BÜNDINS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat in einem Antrag eine Studie zur ökonomisch und ökologisch optimierten Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biogener Treibstoffe im Freistaat Sachsen gefordert.

Zum Antrag: Drucksache 4/7608