Die ersten Ergebnisse und Diskussionsbeiträge zum Sächsischen Energiedialog

Die erste Runde des Sächsische Energiedialogs in 2011 war ein voller Erfolg und die GRÜNE Landtagsfraktion möchte sich sehr herzlich bei allen Teilnehmern bedanken. Wir hoffen Sie fanden die 5 Veranstaltungen ebenso interessant und spannend wie wir.

Wir haben die Ergebnisse der Veranstaltungen fortlaufend dokumentiert und die Akteure Anfang 2012 um erste Meinungen und Kommentare  gebeten.

Wir möchten den Dialog weiter vorantreiben und laden Sie hiermit herzlich ein, Ihre Meinungen, Kritik, Kommentare und Beiträge zu den vorläufigen Ergebnissen der 5 Veranstaltungen per Mail an jan.stoye(at)slt.sachsen.de zu senden.

Hier bekommen Sie die Ergebnisse als .pdf.

08.12.2011 - Ergebnisse Wirtschaftlichkeit

02.11.2011 - Ergebnisse Bürgerakzeptanz

06.10.2011 - Ergebnisse Bürgerenergie

29.09.2011 - Ergebnisse Nachhaltigkeit

06.09.2011 - Ergebnisse Versorgungssicherheit

Die Dokumente wurden so erstellt, dass die eingesendeten Beiträge direkt an der jeweiligen Stelle im Dokument sichtbar werden. Gehen Sie dafür mit dem Mauszeiger über das "Symbol" an der jeweiligen Textstelle und ein Fenster mit dem entsprechenden Kommentar erscheint. Eventuell müssen Sie die Kommentarfunktion in Ihrem Adobe Acrobat Reader aktivieren. Eine Hilfe mit einer genauen Erklärung finden Sie hier.

Alle Berichte und Dokumente zu den einzenen Veranstaltungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

 

08.12.2011 - Wirtschaftlichkeit: Energiewende – steigende Strompreise als Wettbewerbsnachteil für sächsische Unternehmen?

 

Der „5. sächsische Energiedialog 2011“ - Wirtschaftlichkeit: Energiewende und steigende  Strompreise als Wettbewerbsnachteil für sächsische Unternehmen? Auch der letzten Veranstaltung im Jahr 2011 folgten wieder zahlreiche Akteure von Bürgerkraftwerken, Planungsbüros, Forschungsverbünden, Verbänden, Politik,  Energieversorgern und Stadtwerken. Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e.V (VSW) sprach aus Unternehmersicht über die Energiewende. Michael Pahle, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) informierte über die wissenschaftlichen Studien des PIK zur Energiepreisentwicklung. Durch den Abend begleitete Sie die Vorsitzende der GRÜNEN Landtagsfraktion MdL Antje Hermenau.

Bekommen Sie hier die vorläufigen Ergebnisse der Veranstaltung.

Herr Bode Finger, Präsident der Vereinigung Sächsischer Wirtschaft e.V sprach in seiner Rede die vielen Probleme für die sächsische Wirtschaft mit der Energiewende an. Kaum große und viele kleine Unternehmen bildeten die Basis der sächsischen Wirtschaft und genau diese mittelständigen Unternehmen würden von der Energiewende besonders belastet. Das läge vor allem auch an den Begünstigungen für die Stromgroßkunden. Der Markt sei nicht sehr transparent und zusätzlich laufen die EU Fördermittel für Ostdeutschland in den kommenden Jahren aus. Wer in diesem wirtschaftlichen Umfeld in Zukunft überleben könne, werde sich erst noch zeigen. So mahnte Herr Finger: „Nicht erst unsere Kinder werden kürzer treten müssen“. Die Präsentation wurde freundlicher Weise bereitgestellt und Sie bekommen sie hier als .pdf.

  • Der Atomausstieg sei letztendlich richtig (Endlagerproblematik), der Ausstieg aus geologischen und Sicherheitsbedenken (Erdbebenkatastrophe in Japan 2011 / Fukushima) aber keineswegs nachvollziehbar. Die Geschwindigkeit des Ausstiegs sei ein Problem.
  • Er kenne keinen Unternehmer bei dem Energieeffizienz und Einsparung keine Rolle spielen würde, aber die Wirtschaftlichkeit sei die Maßgabe. Das Geld für Investitionen in diesen Bereich sei schlicht nicht da und werde an anderer Stelle gebraucht. Strom aus erneuerbaren Quellen sei seinen Kostenvorteil bisher schuldig geblieben. 

 

Herr Michael Pahle, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) stellte „energiepolitische Szenarien für einen Atomausstieg in Deutschland“ vor. Die Präsentation wurde freundlicher Weise bereitgestellt und Sie bekommen sie hier als .pdf.

Untersuchungsgegenstand sind die Szenarien eines frühen Atomausstiegs (2022) und eines sehr frühen Atomausstiegs (2015), jeweils mit der Ersatzoption Steinkohle oder Gas. Ziel ist die Untersuchung der Strompreise/Wettbewerb und der entstehenden Emissionen.

  •  Je eher der Atomausstieg kommt, desto stärker steigen die Kosten kurzfristig (2020), doch umso stärker sinken die Stromkosten langfristig (2030) auch.

Herr Pahle merkte an, dass der Atomausstieg aus wissenschaftlicher Sicht vernünftig sei (Endlagerproblematik, Uranabbau, Sicherheitsbedenken). Zusätzlich wurde eine gesellschaftliche Wertentscheidung für den Atomausstieg getroffen, die sich kaum mit wirtschaftlichen Faktoren bemessen lässt. Die Herausforderung sehe er in den zusätzlichen Kosten bis 2020 und der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage in diesem Zeitraum. Es müssten unbedingt politische Maßnahmen getroffen werden, um dieses „Tal“ der steigenden Strompreise und der wirtschaftlichen Unsicherheit zu überbrücken.

 

Antje Hermenau dankte noch einmal den beiden Referenten Bodo Finger und Michael Pahle sehr herzlich für Ihre Zeit und Engagement. Der „Sächsische Energiedialog 2011“ war ein voller Erfolg und die GRÜNE Landtagsfraktion möchte sich sehr herzlich bei allen Teilnehmern bedanken. Wir hoffen Sie fanden die 5 einzelnen Veranstaltungen ebenso interessant und spannend wie wir.

Derzeit werden die Ergebnisse und Impulse der 5. Fachgespräche analysiert und das politische Vorgehen besprochen. Wir laden Sie hiermit herzlich ein, Stellungnahmen, Kritik oder Lob  zum „Sächsischen Energiedialog 2011“ per Mail an jan.stoye(at)slt.sachsen.de zu senden.

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Ihre GRÜNE Landtagsfraktion in Sachsen

02.11.2011 - Bürgerakzeptanz: Wie gelingt der nötige Netzausbau?

Der " 4. Sächsische Energiedialog 2011" - Bürgerakzeptanz durch Bürgerbeteiligung? Auf der Suche nach Antworten konnten wir auch dieses mal rund 30 Akteure von Bürgerkraftwerken, Planungsbüros, Forschungsverbünden, Verbänden, Politik,  Energieversorgern und Stadtwerken im Sächsischen Landtag begrüßen. Hanjo During, Abteilungsleiter der Regionalen Netzentwicklung bei der EnviaNetz stellte ausführlich die Anstrengungen der EnviaNetz beim Netzausbau vor. Michael Zschische, Rechtsexperte und Vorstand des unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) sprach über den aktuellen Stand der Bürgerbeteiligung. Durch den Abend begleitete der Energie und Klimapolitische Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion MdL Johannes Lichdi.

Bekommen Sie hier die vorläufigen Ergebnisse der Veranstaltung.

Herr During bestätigte, dass sich auch die EnviaNetz verstärkt mit neuen Formen der Bürgerbeteiligung auseinander setzen werde. Bisher bemühen sich die Netzbetreiber um umfangreiche Information der betroffenen Bürger und Bürgerinnen. Weil dies in vielen Fällen nicht mehr ausreiche um die nötige Akzeptanz zu schaffen, würde die EnviaNetz nach neuen Strategien suchen. Die vollständige Präsentation im .pdf Format finden Sie hier.

  • Es wird steigenden Bedarf geben, Energie von Nord/Ost nach Süd/West zu exportieren. Der Schwerpunkt wird dort der Transport der Energie in die übergeordnete Spannungsebene.
  • Erdkabel seien gut, wenn diese in einem positiven Verhältnis von Aufwand und Nutzen stehen. Erdkabel als Selbstzweck lehnt die Envia Netz ab.
  • Wo werden in Zukunft die großen Einspeisezentren (EE-Ausbau) liegen? Die EnviaNetz wünscht sich einen Vermittler oder ein Instrument wie einen Landesentwicklungsplan. Nur wenn den Netzbetreibern die entscheidenden Informationen rechtzeitig vorgelegt würden, könne vernünftig und bürgerfreundlich geplant werden.

In der anschließenden Diskussion wurden die mangelhaften Vertriebswege für geregelte Energiepreise (Smartgrid etc.) angesprochen. Die EnviaNetz solle sich bei den Stromerzeugern und -Vertreiber für die modernen Energiepreisgeregelten Systeme stark machen. Dies würde zu einer gleichmäßigeren Auslastung der Netze und damit zu weniger Netzausbau führen. 

Laut Michael Zschiesche wurden die Beteiligungsmöglichkeiten in den letzen 30-40 Jahren sukzessive ausgedünnt und abgebaut. Große Infrastrukturprojekte wie Stuttgart 21, aber auch genereller Bürgerprotest wie die Anti-Atombewegung zeigen, dass reine formelle Information der BürgerInnen mit dem heutigen Demokratieverständnis nicht mehr vereinbar ist. Die vollständige Präsentation im .pdf Format finden Sie hier.

  • Echte Mitentscheidung der Betroffenen - Varianten "A" und "B" als auch über das "Ob" muss mitentscheiden werden können.
  • Informelle und formelle Beteiligungsformen müssen gestärkt und kombiniert werden. Dafür stehen Zahlreiche Methoden und Tools zur Verfügung.
  • Das Kostenargument kann heutzutage nicht mehr überzeugen. Demokratie und Einbeziehung kostet, schafft aber auch Werte wie Verfahrensbeschleunigung, Projektverbesserungen, Akzeptanz und Vergemeinschaftung.
  • Waffengleichheit herstellen! Verbandsklage muss mögliche sein sowie allg. Klagerechte sollten gestärkt werden.

In der anschließenden Diskussion wurde vor allem ein Umdenken der politischen  und wirtschaftlichen Entscheidungsträger gefordert. Bürgerbeteiligung Jetzt! Johannes Lichdi nahm diesen Auftrag an und möchte ein Konzept für bessere Planungsverfahren erarbeiten, welches beiden Seiten gerecht wird. 

Johannes Lichdi und die GRÜNE Landtagsfraktion Sachsen möchte sich sehr herzlich bei Hanjo During und Michael Zschiesche, sowie unserem Fachpublikum für Ihre Zeit und Ihr Engagement bedanken. Den aktuellen Stand des Energiedialogs finden Sie wie immer unter www.wir-sind-klima.de - ein Besuch unserer Seite lohnt sich also immer.

06.10.2011 - Bürgerenergie: Dezentrale Energieversorgung als Chance für Kommunen?

Halbzeit beim „Sächsischen Energiedialog 2011“ – der Einladung zur dritten Veranstaltung folgten ca. 25 Akteure von  Bürgerkraftwerken, Planungsbüros, Forschungsverbünden, Verbänden, Politik,  Energieversorgern und Stadtwerken. Jan Schubert, Politikwissenschaftler der TU Dresden und Birgit Haschke mit Ihrem Kollegen Matthias Itzerott vom Genossenschaftsverband in Leipzig sprachen über Energieautonomie als Möglichkeit der dezentralen Energieversorgung und Chance für die Kommunen. Die Grundlage finden Sie hier zusammengestellt aus dem Diskussionspapier  "GRÜNE Eckpunkte für die Energiewende in Sachsen".

Bekommen Sie hier die vorläufigen Ergebnisse der Veranstaltung.

Jan Schubert, Politikwissenschaftler der TU Dresden stellte seine in Zusammenarbeit mit der GRÜNEN Landtagsfraktion erarbeitete Magisterarbeit vor. Ziel war es, hemmende und fördernde Faktoren für energieautonome Kommunen in Sachsen zu identifizieren. Dazu wurden wissenschaftliche Publikationen ausgewertet sowie umfangreiche Gespräche mit den Kommunen geführt.  Folgende These wurde formuliert: „Energieautonomie in Sachsen hat dann Erfolg, wenn es ein Konzept dafür gibt, wenn es Nutzen verspricht, die Regionalplanung kooperiert und die Kommune finanziell am Abgrund steht.“  Die komplette Präsentation finden Sie hier.

  • Stand in Sachsen:

formell ca. 80 Kommunen in Größenklasse 1000 bis 5000 Einwohner (Stand: Ende 2010); meist Absichtserklärung für den Bereich Strom; meist in der Anfangsphase; bisher keine Kommune mit vollständiger Umsetzung

  • Fördernde Faktoren:

1. Wahrnehmung eines Nutzen für die Kommune/Bevölkerung vor Ort

2. Vorhandensein eines ausgereiften Masterplans/Energiekonzepts

3. funktionierende Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit

4. Wahrnehmung eines starken Strukturwandels in der Kommune

5. unterdurchschnittliche geringe Steuereinnahmekraft in der Kommune

  • Hemmende Faktoren:

1. regionale Planungsverbände bei der Ausweisung von   Windkraftvorranggebieten

  • Handlungsempfehlung:

1. European-Energy-Award (EEA) Programm ausweiten und auf Potentiale hinweisen

2. Mehr Beteiligungsmöglichkeiten an EE-Anlagen für Bevölkerung vor Ort

3. Finanzielle Planungssicherheit der Kommunen verbessern und langfristig sichern

 

Birgit Haschke und Matthias Itzerott vom Genossenschaftsverband in Leipzig stellten in Ihrem Referat die Rechtsform der „eingetragenen Genossenschaft“( eG) vor. Was bei den Agrargenossenschaften funktioniere, sei auch verstärkt für Energiegenossenschaften interessant. Energiegenossenschaften seien stark in den Kommunen. Generell müsse die Rechtsform in Abhängigkeit mit den Anforderungen der Geschäftsidee gewählt werden. Die eG sei dabei sehr flexibel, sowohl bei der Gestaltung der grundsätzlichen Ausgestaltung (Zweck, Rendite, Haftung etc.) als auch im Geschäftsbetrieb (Ein- und Austritt, Mitgliederversammlungen und Entscheidungen etc.). Alle Einzelheiten der Präsentationen entnehmen Sie bitte hier.

  • Der Genossenschaftsverband bat jedem der Energiegenossenschaften gründen möchte unkomplizierte Beratung an.
  • Genossenschaftsgründung sei förderfähig.
  • Schnell und vergleichsweise günstige Gründung in Partnerschaft mit dem Genossenschaftsverband ( 4. Wochen und ca. 1500€ als unverbindliche Richtgröße)
  • Gefordert wird die Stärkung eines unabhängigen Kompetenzzentrums im Bereich der Energiewirtschaft.

Halbzeit – die Bilanz fällt ausgesprochen positiv aus. Es gibt noch viel zu hören, entdecken, vergleichen, beraten, streiten, anzuregen und festzuhalten. Wir freunen uns auf die zweite Hälfte mit Ihnen.

Gemeinsam möchten wir uns sehr herzlich bei Jan Schubert,  Birgit Haschke und Ihrem Kollegen Matthias Itzerott, sowie unserem Fachpublikum für Ihre Zeit und Ihr Engagement bedanken. Den aktuellen Stand des Energiedialogs finden Sie wie immer unter www.wir-sind-klima.de - ein Besuch unserer Seite lohnt sich also immer.

29.09.2011 - Nachhaltigkeit: Wie wird ein Markt für Energieeffizienz geschaffen?

Zur zweiten Veranstaltung des "Sächsischen Energiedialogs 2011" durften wir wieder eine breite Palette an aktiven Akteuren im Neubau des Sächsischen Landtags begrüßen. Uwe Barthel, Vorstandsmitglied der Verbundnetz Gas AG (VNG) stellte vor, wie Windgas und deren Speicherung die Effizienz der erneuerbaren Energien steigern könne. David Wohlgemuth, Geschäftsführer der Gesellschaft für Energieeffizienz und Architektur (GEA) sprach über die riesigen Potenziale bei der Sanierung von Altbauten. Die Grundlage finden Sie hier zusammengestellt aus dem Diskussionspapier "GRÜNE Eckpunkte für die Energiewende in Sachsen".

Bekommen Sie hier die vorläufigen Ergebnisse der Veranstaltung.


Uwe Barthel, Vorstandsmitglied der Verbundnetz Gas AG (VNG) stellte eingangs fest, dass sich die VNG der Energiewende stellt und breit ist Ihren Anteil beizutragen. Die Katastrophe von Fukushima und der CO2 induzierte Klimawandel haben zum Umdenken in der deutschen Energiewirtschaft geführt. In Zeiten der Finanzkrise stehe die Energiewende aufgrund des hohen Kostendrucks jedoch auf wackligen Füßen. Es müsse für mehr gesellschaftliche Akzeptanz gesorgt werden, wenn es um finanzielle Belastungen der Haushalte oder um große Infrastrukturprojekte geht. Die Politik müsse dabei für Kontinuität sorgen. Die Präsentation finden Sie hier als .pdf.

  • Problem sei nicht mehr nur die Erzeugung, immer wichtiger werde die Bereitstellung von Energie zur rechten Zeit und am richtigen Ort. Die "Verschmelzung" der Energiearten und die ganzheitliche Nutzung der Energienetze werde dabei einen wichtigen Beitrag leisten. VNG stellt sein Gasnetz und Gaskavernen für die Speicherung von Windgas zur Verfügung. (Dabei wird mittels EE-Strom Wasserstoff erzeugt und dieser gegeben falls mit CO2 zu Methan verbunden.)
  • Gas als Speicher werde ein wichtiges Thema in den kommenden 5 bis 10 Jahren. Uwe Barthel forderte Windgas und dessen Speicherung weiter intensiv zu erforschen und zu fördern. Dafür brauche es Pilotprojekte. Er warnte die Politik mit Blick auf den Stromnetzausbau auch, heute schon tausende Trassenkilometer zu verplanen, obwohl diese in Hinblick auf die weitere Dezentralisierung der Energieerzeugung und der Möglichkeit der Windgaserzeugung in 10 Jahren nicht mehr notwendig sein könnten.

Der zweite Impulsreferent David Wohlgemuth, Geschäftsführer der GEA führte in die Effizienzmöglichkeiten bei der Gebäudesanierung ein. Bis 2050 solle laut einem Plan der Bundesregierung ein CO2 neutraler Gebäudebestand geschaffen werden. 80% sollen durch Einsparungen und 20% durch den Einsatz von EE-Anlagen erreicht werden. Die Sanierung solle sich dabei an den sog. "7 Weisheiten" orientieren, die in der richtigen Reihenfolge und qualitativen Ausführung die gewollten Ersparnisse ermöglichten. Im Laufe seines Referats wurden die enormen Energieeinsparpotenziale deutlich, die selten genutzt und oft vernachlässigt würden. Grund sei vor allem die Finanzierung der ansonsten weitgehend akzeptierten Maßnahmen. Dabei sei hier insbesondere auf das Fachgespräch zum "Investitionsprogramm für Erneuerbare Wärme und Energieeinsparungen im Altbau" verwiesen, bei dem zahlreiche verwandte Probleme schon diskutiert worden sind. Herr Wohlgemuth formulierte folgende Probleme und Forderungen:

  • Lüftungsanlagen für öffentliche Gebäude bringen hohe Vorteile in der Energiebilanz und hätten einen Vorbildcharakter für die privaten Haushalte.
  • Energie-Monitoring/Betriebsoptimierung sei das A und O. Diese müsse viel mehr gefordert und gefördert werden. (Förderquote von 80-90%)
  • Nachhaltiges Bauen sollte sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes erstrecken. Umweltqualität sei ebenso wichtig wie die Energiebilanz.
  • Ein Abschreibungsmodell im Bereich des nachhaltigen Bauens und der Energieeinsparung sei ein absolut sinnvolles und erfolgreiches Modell um Investitionen zu fördern.

Die GRÜNE Landtagsfraktion dankt Uwe Barthel, David Wohlgemuth und dem Fachpublikum sehr herzlich für Ihre Zeit und Engagement. Wir arbeiten derzeit die Ergebnisse und Impulse des Fachgespräches durch und veröffentlichen sie dann an dieser Stelle - ein Besuch unserer Seite lohnt sich also immer.


06.09.2011 -Versorgungssicherheit: Welche Anreize braucht es für Energiespeicher?

Zur Auftaktveranstaltung des „Sächsischen Energiedialogs 2011“ konnten wir eine sehr heterogene Mischung von Vertretern aus Bürgerkraftwerken, Planungsbüros, Forschungsverbünden, Verbänden, Politik und Energieversorgern im Saal 3 des Landtagsneubaus begrüßen. Energiespeicher und Netzstabilität standen auf der Agenda. Die Grundlage finden Sie unter Abschnitt III im Diskussionspapier "GRÜNE Eckpunkte für die Energiewende in Sachsen".

Bekommen Sie hier die vorläufigen Ergebnisse der Veranstaltung.

Referent Dipl. Ing.  Frank Wustmann,  Abteilungsleiter für Umwelt- und Risikomanagement bei der DREWAG - Stadtwerke Dresen GmbH, stellte insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Speicher in den Vordergrund. Speicherkosten addieren sich schließlich zu den Stromkosten und müssen  vom Kunden zusätzlich bezahlt werden. Er stellte verschiedene Möglichkeiten der Speicherung von Energie vor, mahnte aber diese müssten sich erst noch am Markt beweisen. Folgende Probleme und Forderungen wurden im Laufe der Diskussion ersichtlich. Die Päsentation finden sie hier als .pdf.

  • Speicher würden sich nach heutigen Rahmenbedingungen nicht rechnen, es bestehe kein wirtschaftlicher Anreiz für Investitionen.
  • Speicher zählen rechtlich zu den Energieerzeugungsanlagen. Somit dürfen Netzbetreiber keine betreiben (Stichwort: UNBUNDLING).
  • Netzstabilisierung muss in Zukunft verstärkt dezentral geleistet werden.

Für das zweite Impulsreferat konnten wir Dipl. Ing. Detlef Schulz, Geschäftsführer der MEREG GmbH begrüßen. Herr Schulz entwickelt ein System zur kombinierten Nutzung von Photovoltaik, Verflüssigung von Luft und Algenfarming. Ziel sei es, vorhandene Synergien optimal zu nutzen. Das System wurde im Publikum interessiert aufgenommen und kontrovers diskutiert. Herr Schulz konnte die technischen Aspekte überzeugend darstellen, verwies aber auf den Pilotstatus des Projekts. Die Grüne Landtagsfraktion und alle Gäste wünschten Herrn Schulz viel Erfolg und hofften sehr bald weiteres von diesem integrierten System zu hören.

  • Herr Schulz forderte befristete, feste Abnahmetarife nach Vorbild des EEG für den Bereich der gespeicherten Energie. Es sei zurzeit sehr schwierig, Investitionen in Speicher über die Banken zu finanzieren. 
  • Das vertrauen der Kapitalgeber zu erlangen, erweist sich ohne Hilfe als schwierig.

Wir arbeiten derzeit die Ergebnisse und Impulse des Fachgespräches durch und veröffentlichen sie dann an dieser Stelle - ein Besuch unserer Seite lohnt sich also immer.