„Klimawandel übertrifft alle Prognosen!“
Der Eröffnungsreferent Wilfried Küchler, Klimaforscher am Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, stellte die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel vor. Seine Ausführungen über die dramatischen Veränderungen ließen niemanden im Saal kalt: "Wir in Sachsen beobachten schon jetzt Veränderungen, die erst für die Mitte des Jahrhunderts erwartet wurden. Und das alles nur bei einer globalen Temperaturerhöhung von 0,8 Grad Celsius. Momentan kann sich niemand ausmalen, was bei einer Temperaturerhöhung von zwei bis sechs Grad Celsius in nur 100 Jahren passieren wird." Auch die CO2-Emissionen übertreffen sämtliche "worst-case-Modelle" der Wissenschaftler. Das vergangene Jahrzehnt war regional und global mit Abstand das wärmste, das jemals gemessen wurde. Die Folge ist, dass bereits jetzt Entwicklungen eingetreten sind, die in dieser Geschwindigkeit nicht vorhersehbar waren. Dazu gehört das Schmelzen des arktischen Eises, aber auch der regionale Temperaturanstieg.
Der Diplom-Meterologe warnt jedoch davor, jetzt zu resignieren: "Wenige haben oftmals viel bewegt, das ist auch heute möglich. Wir können zwar mittlerweile viele Entwicklungen durch den Klimawandel nicht mehr abwenden. Aber wenn wir jetzt handeln und unsere ganze Kraft investieren, können wir Geschwindigkeit und Ausmaß begrenzen." Deshalb wurden in den sieben Fachforen unter dem Motto "Klimaschutz-Chancen für Sachsen" konkrete Handlungsoptionen diskutiert. Die Mobilität der Bürger und der Güterverkehr in Zeiten der Energieverknappung, sozialökologische Alternativen zum Wirtschaftswachstum, Wertschöpfung in Kommunen und die Möglichkeiten des naturverträglichen Windenergieausbaus boten spannenden Stoff für Kontroversen. Mehr als 230 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, mit anderen Wissenschaftlern, Unternehmern und interessierten Bürgern intensiv zu diskutieren.

Hier bekommen Sie die Präsentation
Winfried Küchler: Klimawandel und Witterungsextreme -
Neueste Erkenntnisse



