31. Juli 2007: Sonnenfreunde in Delitzsch
Der erste Termin ihrer Sommertour führte Antje Hermenau nach Delitzsch. Hier besuchte sie die MEREG GmbH (www.mereg.de). Hauptziel dieses Unternehmens ist es, Solarenergie rentabler zu machen. MEREG bietet ertragsoptimierte Solarsysteme an.
Das Unternehmen beschränkt sich nicht nur auf die Produktion von Photovoltaik-Modulen. Das zentrale Entwicklungsprojekt der MEREG GmbH stellte der Geschäftsführer und Entwicklungsingenieur Detlef Schulz vor: Die neue Technologie SOL AMI® ("Sol"="Sonne"; "Ami"="Freund"), die eine dreifach höhere Effizienz gegenüber der bis jetzt üblichen Nutzung von Solarenergie verspricht.
Normalerweise kann über Solarzellen nur jeweils eine bestimmt Lichtfarbe genutzt werden. Bei der SOL-AMI®-Technologie wird das Sonnenlicht mittels farbselektiver Interferenz-Spiegelfolien in die Regenbogenfarben gesplittet. So kann jede Lichtfarbe auf die jeweils für sie optimale Solarzelle gebündelt werden; das ganze Spektrum des Sonnenlichts wird genutzt.
Durch die SOL-AMI®-Technologie wird nicht nur mehr Strom pro Kollektorenfläche gewonnen; sie kann auch zur Erzeugung von Wärme und Kälte genutzt werden. Herkömmliche Solaranlagen können hingegen nur entweder Strom oder Wärme erzeugen. Dass die neue Technologie überzeugt, beweisen mehrere Preise für das Unternehmen: Die MEREG GmbH erhielt unter anderem 2004 den Carl-Zeiss-Preis und gehörte im Mai 2005 zu den Top-10-Preisträgern des Innovationspreises Sachsen.
Das Unternehmen sucht Kapitalgeber, um ihr neues Produkt in Serienreife produzieren zu können. Die Kapitalgewinnung für neue Technologien in Deutschland gestaltet sich allerdings schwierig: Für ein neues Produkt gibt es noch keine Zertifizierungsnorm, also kann es auch kein Zertifikat geben, was Versicherer und potenzielle Investoren abschreckt. Dennoch ist Detlef Schulz optimistisch, in Zukunft in Sachsen produzieren zu können.
Der Ingenieur ist ein engagierter Vertreter der Erneuerbaren Energien, der sich kritisch zur einseitigen Förderung der Braunkohle äußert. Auch Diskussionen über die Einspeisungsvergütungen für Solarstrom im Rahmen des Erneuerbare Energien-Gesetzes sieht er mit großer Skepsis, da dadurch Investoren verschreckt werden.
Detlef Schulz und sein Team entwickeln eine Technologie mit großen Zukunftsaussichten. Das neue Solarsystem könnte sich zum Exportschlager entwickeln - insbesondere in sonnenreiche Länder oder auch Entwicklungsregionen, in denen zentrale Versorgungssysteme, dem Einstieg in die dezentrale Energieversorgung nicht entgegenstehen. Das Klima könnte gewinnen - und auch die Stadt Delitzsch.
Sommertour in Delitzsch
Internet: www.mereg.de




