Handwerk und Mittelstand
Wir hören momentan fast täglich neue Hiobsbotschaften von der Börse, aus den Arbeitsämtern und aus den Vorstandsetagen großer Unternehmen. Während große Unternehmen auf Marktveränderungen nur schwerfällig reagieren können, haben Klein- und mittelständische Betriebe in der derzeitigen Krise aufgrund ihrer Flexibilität und Kreativität weit bessere Chancen, sich den aktuellen Bedingungen anzupassen.
In den Zeiten knapper und teurer werdender Rohstoffe erlangt das Handwerk eine immer bedeutsamere Rolle beim Klimaschutz und der Energienutzung sowie Energieeinsparung. Umweltschutz ist längst mehr als ein Kostenfaktor. Grünes Handwerk hilft nicht nur dem Klima, sondern auch der Bilanz des eigenen Unternehmens. In vielen Handwerksberufen ist der Umweltschutz seit jeher ein klassischer Aufgabenbereich, der durch die allgemeine Umweltdiskussion eine Aufwertung erfahren hat. Besonders kleinere Unternehmen wirtschaften energie- und materialeffizient, damit ihre Betriebskosten niedrig und ihre Preiskalkulationen konkurrenzfähig bleiben.
Gleichzeitig sind Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien der notwendige Maßnahmemix hin zu einer wirksamen Energiewende. Dezentrale Energieversorgung durch regenerative Energien und energetische Gebäudesanierung bringen den Klimaschutz voran und sichern Arbeitsplätze im Mittelstand. In den vergangenen Jahren hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Den Bauherren ist es heute möglich, ein Haus mit negativer Energiebilanz errichten zu lassen, also eines, das z.B. mittels Photovoltaik mehr Strom erzeugt als es selbst verbraucht. Die dazu notwendigen Investitionen amortisieren sich in der Regel in 10 bis 20 Jahren.
Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, wie auch Mieterinnen und Mieter sind auf kompetente, umfassende und unabhängige Energieberatung angewiesen. Handwerksbetriebe haben die Chance, sich ein weiteres Betätigungsfeld zu erschließen und gleichzeitig die Verantwortung gegenüber Ihren Kunden, kompetent und auf dem neusten Stand der Technik zu beraten. Dies setzt aktuelles Wissen voraus. Vor wenigen Jahren hieß energiesparendes Bauen noch Isolieren und Dämmen. Heute ist eine Mischung der verschiedensten Technologien gefragt. Gefragt sind Lösungen, die Photovoltaik, Erwärme, Gebäudedämmung und Biomassenutzung intelligent verbinden. Nur Spezialisten behalten dabei den Überblick und können ihre Kunden kompetent beraten.
Leider setzt die Sächsische Staatsregierung noch immer die falschen Schwerpunkte und zündet mit Steuergeldern ein kurzes Strohfeuer, anstatt in Zukunftstechnologien zu investieren und damit Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Sachsen zu stabilisieren und zu schaffen. Nur 0,1 Prozent des sächsischen Staatshaushaltes ist pro Jahr für die Verbesserung der Energieeffizienz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorgesehen. Bündnis 90/ Die Grünen haben in ihrem Haushaltsentwurf allein in den nächsten zwei Jahren rund 200 Mio. EUR für den Bereich der Energieeffizienz für Unternehmen, Privathaushalte und öffentliche Gebäude von Land und Kommunen vorgesehen.
Rohstoffe werden knapper und teurer. Wer sie sparsam einsetzt, schützt die Umwelt und seinen Geldbeutel. Als wichtigste Partner der Bauherren helfen Handwerksbetriebe dabei, Energie zu sparen. Auch das Handwerk selbst profitiert vom Umwelt- und Ressourcenschutz, denn Ökologie und Ökonomie gehören zusammen. Mit grünen Ideen schreiben sächsische Unternehmen schwarze Zahlen.
Ziel unseres Forums ist es, Handwerkern bzw. Mittelständlern die Chancen ökologischen Wirtschaftens zu vergegenwärtigen. Die Spezialisierung auf die Planung, Installation und Wartung entsprechender Technologien ist eine Möglichkeit, neue Einnahmequellen zu erschließen und sich von den Wettbewerbern abzuheben.
Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Gebäudesanierung – Chancen für das Handwerk (PDF, 1,2 MB)
Sven Börjesson,
Umwelt- und Transferzentrum der Handwerkskammer Leipzig, Bauberatung, Ökologisches Bauen
Regionale Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfung im Energiesektor und die Chance für den Mittelstand (PDF, 7 MB)
Burkhard Zschau, Energie Ressourcen Netzwerk GmbH Moderation:Michael J. Weichert, wirtschaftspolitischer Sprecher, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag




